5 Notgemeinschaften

Schlechte Zeiten unterscheiden sich von guten insofern, als Menschen ihre Energien nicht nur für Alltägliches, sondern zunehmend für Überlebensfragen bereithalten müssen. Was bisher selbstverständlich erschien, ist jetzt unendlich weit entfernt, nur unter großen Mühen erreichbar und enorm bedeutsam geworden. Dann geht es nicht mehr nur darum, die Familie zu versorgen und zu ernähren. Dann drängt sich immer mehr die Frage in den Vordergrund, ob die Lieben zuhause auch ausreichend geschützt sind und wie man sie, wenn es hart auf hart kommt, schnell in Sicherheit bringen kann.

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4 Der lange Abstieg

Ein erfolgsverwöhntes Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell wie Deutschland neigt zur Überheblichkeit. Die Menschen kennen einfach nichts anderes, als dass selbst nach schweren wirtschaftlichen Erschütterungen wieder Ruhe einkehrt und danach alles wieder so wird wie es war. Dieser Beitrag soll diese Selbstgewissheit erschüttern, denn die steht in Zeiten wirklicher Gefahren nur im Wege. Wer ein falsches Bild von den tatsächlichen Herausforderungen hat, wird unzureichende Vorkehrungen treffen, sich anschließend zufrieden wieder seinem Alltag widmen und vom nachfolgenden Tsunami weggespült werden.

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3 Sozialsysteme kollabieren

Wenn die deutsche Wirtschaft, wie hier prognostiziert und im nächsten Beitrag noch einmal vertieft wird, in eine tiefe und lang andauernde Krise gerät, dann werden in unserem Sozialstaat mit hoher Wahrscheinlichkeit die Dämme brechen und wesentliche Teile unserer Sozialsysteme kollabieren. Im Folgenden werden der Aufbau und die Struktur des deutschen Sozialstaates aus dem Blickwinkel der Pflege untersucht und aufgezeigt, wo mögliche Bruchstellen liegen.

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2 Der Staat erodiert

Formal hat der Sozialstaat zwei zentrale Funktionen: Zum einen soll er die ureigenen staatlichen Aufgaben erfüllen, wie beispielsweise für Sicherheit sorgen, gleiches Recht für alle gewährleisten, den Bildungsauftrag wahrnehmen oder eine sichere Infrastruktur zur Verfügung stellen. Zum anderen soll er den Bürgern eine adäquate Versorgung im Alter oder im Krankheitsfall organisieren und sicherstellen und Hilfebedürftigen zur Seite stehen. Diese Doppelfunktion verführt zu einer Vermengung von Aufgaben und zur Tendenz, Probleme in einer Staatsdomäne von der anderen lösen zu lassen, indem beispielsweise Finanzierungslücken in beitragsfinanzierten Sozialsystemen von steuerfinanzierten Quellen gestopft werden. Dabei „vergisst“ man, dass es sich hierbei jeweils um eigenständige Sozialgebilde handelt, die ihren eigenen Regeln gehorchen. Über diese komplexen Regelwerke hat sich in den Jahren des Wohlstands reichlich Staub gelegt, der jetzt – krisenhaft – abgetragen wird und das Wesen von Staat und Gemeinschaft wieder neu freilegt.
Im ersten Schritt werden nun die finanziellen Grundlagen des Staates unter die Lupe genommen und darauf aufbauend im Folgebeitrag die Sozialsysteme untersucht.

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1 Schwere Wetter für die Wirtschaft

Das Verhältnis der deutschen Gesellschaft zu seiner Wirtschaft ist miserabel, geprägt von Misstrauen, in weiten Teilen der Bevölkerung gar von Feindseligkeit. Aktuell betreiben beispielsweise dominante Gruppen von Politik und Medien eine nachhaltige Schwächung der eigenen Automobilindustrie, ohne Rücksicht darauf, dass diese in ihrer Existenz gefährdet ist und in die Bedeutungslosigkeit abzukippen droht. Das ist äußerst bedenklich, denn unseren „Führungseliten“ sind offensichtlich die inneren Leitplanken abhandengekommen. Sie scheinen die einfachsten Zusammenhänge nicht mehr zu verstehen. Es ist an der Zeit, die fundamentale Bedeutung der Wirtschaft für das deutsche Sozialsystem neu ins Bewusstsein zu rufen.

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